2. Die Atmung
2.1 Richtiges Atmen
2.2 Falsches Atmen
2.3 Bauchatmung & Vollatmung

2.1 Richtiges Atmen

Diese Überschrift sollte jeden erst einmal verwundern, denn Atmen tut man meist unbewusst und es scheint automatisch zu funktionieren. Dabei atmen die meisten Menschen nur etwa 50% von ihrer vollen Lungenkapazität an Sauerstoff ein. Dies verwundert nicht, wenn man seine Atmung einmal genau beobachtet. Häufig ist sie flach und viele halten mehr oder weniger unbewusst ihren Atem an. Interessant ist die asiatische Sichtweise vom „Verlauf“ der Atmung des Menschen.

Als Neugeborenes macht der Mensch seinen ersten und sehr tiefen Atemzug. Auffallend ist bei Kindern weiterhin das tiefe Atmen das sich im Laufe der Pubertät abflacht und bei den meisten Erwachsenen nur noch oberflächlich stattfindet (im oberen Brustbereich – nicht mehr im Bauchbereich). Der letzte Atemzug eines Menschen ist übrigens nach der asiatischer Sicht der Flachste, wofür wir Europäer nicht grundlos die Redewendung „er hauchte sein Leben aus“ haben.

Sowohl in der Lehre der Zen-Meditation als auch beim Yoga stellt die Atmung eine entscheidende Komponente dar. Es ist der Weg zur Kontemplation oder des Versenkens.

Traditionell werden dabei gewisse Bilder benutzt, um eine Versenkung herbeizuführen.

So setzt man voraus, dass das Einatmen ein Vorgang ist, bei dem man „Positives“ in sich hineinzieht und das Ausatmen ein abgeben von „Negativem“ ist.

Diese bildhafte Vorstellung verstärkt das Gefühl von einer inneren Stärke und Kraft.

Im Allgemeinen sind sehr viele Wege beschrieben worden, die zu einem bewussteren und damit besseren Atmen führen. Welchen Weg sie persönlich wählen, bleibt Ihnen überlassen. Letztendlich führen alle Methoden zum selben Ergebnis. Der Übende soll eine positivere Lebenseinstellung bekommen und bewusster Leben. Dies wird dadurch erreicht, das Körper und Geist wieder ins richtige Gleichgewicht kommen und die gewisse „Kopflastigkeit“ unserer heutigen Gesellschaft wieder behoben wird. Wie richtiges Atmen aussehen soll, können Sie bei (2.3) – „Bauchatmung & Vollatmung“ nachlesen.

 

2.2. Falsches Atmen

Die meisten Menschen haben es sich angewöhnt falsch zu Atmen. Meist ziehen sie den Bauch ein um die Lungen mit Luft zu füllen. Beim Ausatmen schieben sie anschließend den Bauch wieder heraus. Dies wird auch als „flache“ Atmung bezeichnet, bei dem im oberen Brustraum geatmet wird.

Dabei kommt es nur im oberen Bereich der Lunge zu einem aktiven Austausch von der Atemluft und der restliche untere Teil der Lunge bleibt unbeatmet. Die Lungenspitzen können also ihre Funktion nicht erfüllen. Diese Atmung geschieht selbstverständlich bei diesen Personen unbewusst falsch, was meist das Resultat einer falschen Lebenshaltung und Lebenseinstellung ist. Wie bereits erwähnt tritt dieses falsche Atmen nicht bei Kindern auf, sondern nur bei Erwachsenen. Stress und chronische Verspannungen sind meist die Ursachen.

 

2.3. Bauchatmung & Vollatmung

Unter der Bezeichnung „Bauchatmung“ versteckt sich eigentlich die Zwerchfell-Atmung. Die Lunge selbst besitzt direkt keine Muskeln wie z.B. das Herz. In ihr herrscht ein ständiger Unterdruck. Aus diesem Grund fließt Luft stets in die Lunge hinein, sofern sie nicht wieder herausgepresst wird. Somit muss eigentlich nur das Ausatmen aktiv durchgeführt werden. Dabei wird das Zwerchfell von den Bauchmuskeln nach unten in den Bauch gedrückt. Durch das starke Senken des Zwerchfells kann sich nun die Lunge ideal ausbreiten (bewirkt durch den Unterdruck der dadurch abgebaut wird). Dabei bewirkt das Nach-Außen-Dehnen der Bauchwand eine zusätzliche Vergrößerung des Bauchraums und somit mehr Platz für die Lunge und mehr Luftvolumen in der Lunge. Diese Bauchbewegung kann man einfach spüren, indem man eine Hand auf den Bauch legt und bewusst ein- und ausatmet.

Beim Ausatmen entspannt sich das Zwerchfell wieder und die Luft strömt wieder aus der Lunge.

Aus dieser Beschreibung wird deutlich, dass ein tiefer Atemzug unten im Bauch beginnt und sich nach oben hin anschließend ausweitet und nicht andersherum! Dabei ist die Bauchatmung die effektivste und zugleich entspannendste Form der Atmung. Zusätzlich zur Kontraktion vom Zwerchfell sind gewisse Zwischenrippenmuskeln (Musculus interstocalis und Musculus pectoralis) bei der Atmung aktiv. Sie ziehen die unteren Rippen leicht auseinander und bewirken eine zusätzliche Vergrößerung des Bauchraums (im Detail ist die Atmung noch etwas komplizierter).

Zum richtigen Atmen gehört auch das richtige Gleichgewicht zwischen Einatmen und Ausatmen. Generell atmen die meisten Menschen zu lange ein und zu kurz aus. Dadurch wird die Lunge nicht genug entleert, sodass ein großer Anteil sauerstoffarmer Luft in der Lunge verbleibt.

Man sollte also kontrolliert und „vollständig“ versuchen auszuatmen.

Sowohl das Einatmen als auch das Ausatmen sollte dabei bei geschlossenen Mund über die Nase erfolgen. Dies hat gleich mehrere Vorteile. Die Nase dient als Filter und erwärmt und befeuchtet die Luft zu gleich. Beim Ausatmen wiederum befeuchtet der eigene Atem dann wieder die Nasenschleimhäute.